Feuer in der Hosentasche
Sogenannte Sicherheitszündhölzer, so wie wir sie heute kennen, können sich nicht von selbst entzünden. Früher passierte das schon manchmal ungewollt in der Hosentasche. Das hing damit zusammen, dass das Zündholz einst alle Zutaten für Feuer und Flamme in seinem Kopf enthielt. Den konnte man irgendwo reiben, wo es nur halbwegs rau war, und schon stand das Holzstäbchen in Flammen – leider auch schon bei Druck und Reibung zwischen den einzelnen Zündhölzern in der Schachtel.
Heute sind einige Zündzutaten in der Reibefläche untergebracht, die anderen im Kopf. Man muss also schon beides mit Kraft zusammenbringen, damit es funkt. Zunächst zum Kopf: Er enthält Schwefel oder Antimontrisulfid – beides Stoffe, die sich mit Sauerstoff unter kräftiger Energiefreisetzung verbinden, also “oxidiert” werden. Den Sauerstoff liefert meist das Oxidationsmittel Kaliumchlorat. Etwas Leim und Paraffin halten die Pulver zusammen und unterstützen den Brand des Holzes.
Doch von alleine entzünden sie sich nicht, dazu braucht es die Reibefläche. Darin stecken, ebenfalls mit Leim verklebt, roter Phosphor und raues Glaspulver. Zieht man das Streichholz darüber, entsteht eine Menge Reibungswärme. Außerdem bleiben Spuren des roten Phosphors am Zündkopf haften und damit am Kaliumchlorat. Beide zusammen reagieren schon unter leichtem Druck hochexplosiv. Die winzigen Spuren, die hier aufeinandertreffen, reichen aber nur für ein gebremstes Aufflammen. Drei chemische Komponenten – Phosphor, Kaliumchlorat und Schwefel – sind also zunächst getrennt und gehen erst beim bewussten Zusammenbringen in Flammen auf.
Das ist der magische Moment, den kein Feuerzeug so liefern kann. Außerdem kann man mit einem Feuerzeug keine Streichholzrätsel legen.