Ausgebrannt: Zündholzhersteller stellt Produktion in Tschechien ein
Starke Krone und hohe Materialkosten führen zu Produktionsverlagerung ins Ausland
In Tschechien wird nach 169 Jahren die Herstellung von Zündhölzern eingestellt. Der letzte Erzeuger, die Firma Solo im westböhmischen Susice, will die Produktion per Jahresende nach Asien verlagern. Der Standort in Tschechien wird künftig nur noch als Importeur tätig sein, berichteten die tschechischen Zeitungen am Mittwoch.
Als Grund für die Einstellung der Produktion in Tschechien gibt das Unternehmen zu hohe Produktionskosten an sowie die Aufwertung der tschechischen Krone gegenüber dem Euro und dem US-Dollar. Dadurch seien die Zündhölzer aus Susice auf den internationalen Märkten schwer zu verkaufen, besonders angesichts der Konkurrenz aus Indien, China und Pakistan. Außerdem gehe der Verbrauch von Streichhölzern in Europa zurück, so der Direktor von Solo, Veroslav Puchinger.
In den letzten drei Jahren wurde die Produktion bereits zurückgefahren und die Anzahl der Mitarbeiter halbiert. Von den derzeit 83 Beschäftigten werden 55 ihre Arbeit verlieren. 2007 exportierte Solo 400 Millionen Schachteln Zündhölzer – um ein Fünftel weniger als im Vorjahr.
