Riesaer Zündhölzer
Der heutige Bericht soll sich um etwas drehen dessen offizielle Bezeichnung „Riesaer Zündhölzer“ lautet, von mir aber seit ich denken kann nur als Streichhölzer bezeichnet wird. Es geht um die kleinen Hölzchen, durch die mir schon so manches Licht aufgegangen ist.
╡Verpackung
Verpackt sind die Streichhölzer in Einheiten zu 10 Schachteln à 38 Streichhölzer. Diese Schachteln sind in ein recht festes Recyclingpapier eingeschlagen. Dieses ist mit einem gelben Etikett zugeklebt (Bild Nr. 2). Darauf findet sich Firmenname, Produktbezeichnung sowie ein grüner Punkt. Insgesamt ist das „Design“ minimalistisch gehalten, für Streichhölzer aber vollkommen ausreichend. Zum befreien der Schachteln muss man das Papier kaputt reißen – geht nicht schwer und macht auch nicht viel Müll.
Nun hat man die 10 einzelnen Schachteln vor sich liegen . Auf der Oberseite ist der Produktname (Riesaer Zündhölzer) und auf der Unterseite der Hersteller samt Hinweis auf die Homepage und der Hinweis „Von Kindern fernhalten“ aufgedruckt. Die Seitenteile der äußeren Hülle sind, wie bei Streichholzschachteln üblich, den Reibeflächen zum Entzünden der Hölzchen vorbehalten.
Die Schublade mit den Hölzchen lässt sich leicht aus der Hülle schieben, hält aber im geschlossenen Zustand auch gut zu, so dass die Schachtel nicht gleich aufgeht, wenn sie mal runterfällt o.ä.
╡Aussehen // Das Zünden
In der einzelnen Schachtel sollen sich 38 Hölzchen befinden … nachzählen ergibt aber eine Abweichung. Das ist allerdings kein Grund zur Aufregung, denn es befinden sich nicht weniger, sondern mehr Streichhölzer in der Schachtel. Meine Zählung ergab 40 bis 42 Hölzchen. Die einzelnen Streichhölzer sind aus einem hellen Holz und haben einen – wie es sich für Streichhölzer im klassischen Fall gehört – knallroten Kopf . Dieser ist auch ordentlich fest, er bröselt also nicht schon weg, wenn man ihn mal zwischen die Finger bekommt.
Nun aber das wichtigste: Streichholzkopf trifft Reibfläche. Diese Begegnung geht, wie bei Streichhölzern üblich, mit einer kurzen kräftig streichenden Bewegung entlang der Reibfläche vonstatten. Dabei zündet man freilich immer vom Körper weg! Die Reibfläche ist nicht, wie oft üblich, durchgehend, sondern sie besteht aus lauter Hügelchen aus dem für Reibflächen üblichen Material. Das erleichtert das anzünden und selbst meine in solchen Fällen gern etwas schussligen Finger schaffen es jedes Mal auf Anhieb, den Streichholzkopf zum zünden zu bringen. Man muss nicht mal übermäßigen Druck ausüben, sondern das Streichholz entzündet sich sehr schnell und zuverlässig an der Reibfläche. Aber selbst bei etwas stärkerem Druck bricht das Hölzchen auch nicht gleich durch. Auch finden sich an den Hölzchen keine Splitter, die eine Gefahr für die Finger darstellen könnten.
Die Streichhölzer weisen ein zuverlässiges Brennverhalten auf. Es passiert (außer bei Wind o.ä. Bedingungen natürlich) praktisch nie, dass das Holz gleich erlischt, sondern man kann es immer runterbrennen lassen … bis eben die Finger in Gefahr kommen und man langsam loslassen sollte. Fasst man das Streichholz am äußersten Ende an, so brennt es (beim einfach stillhalten) sogar circa 20 Sekunden. Der Rest, der nach dem Zündeln übrig bleibt, hält zwar noch ohne Probleme von selbst zusammen, zerbröselt aber bei Belastung. Hier sei noch der Hinweis angebracht, dass man Streichhölzer korrekterweise auspustet und nicht ausschüttelt, da sonst leichter glühende Stückchen durch die Gegend fliegen können. Das habe ich zwar persönlich noch nie festgestellt, aber Muttern mahnt immer mit erhobenem Zeigefinger.
Die Reibfläche der Schachtel hält auch locker durch, bis die rund 40 Hölzchen aufgebraucht sind. Sie wird kaum zerkratzt und bröselt schon gar nicht weg, sodass immer ein sicheres Anzünden gewährleistet ist. So gesehen bräuchte die Schachtel die zweite Reibefläche gar nicht. Das ist aber ganz nützlich, wenn man die Schachtel einfach schnell zur Hand nimmt, damit man sie nicht hin und her drehen muss, um das Streichholz zu entzünden.
╡Inhaltsstoffe
Die genauen Inhaltsstoffe der Zündköpfe sind weder über die Herstellerhomepage noch über den Aufdruck auf der Verpackung herauszubekommen. Es findet sich aber der Hinweis, dass die Hölzer weitgehend frei von umweltschädlichen Stoffen und außerdem völlig frei von Schwermetallen, Schwefel und Kaliumdichromat sind. Kaliumdichromat wird zum Teil bei anderen Zündhölzern zur Brandförderung verwendet. Es ist stark giftig, krebserregend und kann Allergien auslösen.
Der Rest des Streichholzes besteht – wie sollte es auch anders sein – aus Holz. Und zwar werden laut Hersteller schnellwachsende Weichhölzer wie Aspen und Pappeln verwendet.
Die Schachtel in der sich die Hölzchen befinden besteht aus recyclefähigem Karton.
╡Preis // wo zu kaufen? // Hersteller
Erstanden habe ich die 380 Hölzchen bei Kaufland in Chemnitz für 0,19 Cent. Hergestellt werden sie von der AD-ACCESS-Zündholz Riesa GmbH. Sie sind nicht in jedem Supermarkt erhältlich und da es sich um ein Produkt handelt, das in den neuen Bundesländern hergestellt wird, vermute ich mal, dass es auch vorrangig dort erhältlich ist.
Von dem Hersteller sind über die Homepage www.zuendholzriesa.de neben den hier beschriebenen Haushaltszündhölzern auch Werbezündhölzer in den verschiedensten Variationen erhältlich, unter anderem kann für Werbezündhölzer an die 20 verschiedene Zündkopffarben wählbar, daneben auch silber und gold. Bestellen kann man sie auch über die Homepage, allerdings sind die Mindestbestellmengen zumindest für die Haushaltszündhölzer für den normalen Gebrauch uninteressant (der Versand erfolgt ab 60 Kartons à 500 Schachteln).
╡Verwendungsmöglichkeiten
>>> Das Zündeln <<<
Vordergründig verwende ich Streichhölzer natürlich, um damit etwas anzuzünden. Das betrifft nahezu ausschließlich Kerzen. Ich mag es ab und an, gemütlich/romantisch bei Kerzenlicht zu sitzen oder auch einfach nur die Flamme flackern zu sehen. Dafür verwende ich zum anzünden meistens Streichhölzer, da sie für mich etwas nostalgisches/romantisches/herrlich altmodisches an sich haben, das mir ein Feuerzeug nicht bieten kann. Schon das knisternde Geräusch, wenn sich der Streichholzkopf an der Reibefläche entzündet, hat auf mich eine sehr anheimelnde Wirkung. Dazu kommen natürlich noch Kindheitserinnerungen: wir hatten einen Gasherd dessen Flamme für den Backofen immer mit einem Streichholz entzündet wurde. Außerdem gab es bei uns im Haushalt früher nie Feuerzeuge, sondern nur die hier beschriebenen Streichhölzer. Daher wurden auch Kerzen und dabei v.a. Geburtstagskerzen immer damit entzündet. Besonderer „Nervenkitzel“ war dabei immer, möglichst viele Kerzen mit einem Streichholz zu entzünden, ohne dass man sich die Finger verbrennt.
Insgesamt sollten Streichhölzer in jedem Haushalt vorhanden sein, ein Feuerzeug tut’s aber für Unromantische auch.
>>> Die Schachteln <<<
Die Streichholzschachteln lassen sich, nachdem die Zündhölzer aufgebraucht sind, weiterverwenden. Zum Beispiel zum Verpacken von kleineren Gegenständen zu Geschenkzwecken o.ä. Im Kindergarten haben wir zum Beispiel (lang lang ist’s her) kleine Masken aus Gips gegossen, die dann, mit einer Sicherheitsnadel zum Anheften als Brosche versehen, kunstvoll bemalt und in einer Streichholzschachtel verpackt, der Mutti stolz zum Muttertag überreicht wurden. Meine Mutter hat diese Schachtel bis heute aufbewahrt …
Des Weiteren sind die Schächtelchen hilfreich, um Büroklammern, Reißzwecken und ähnliche Kleinstteile darin aufzubewahren und sie dann transportieren zu können.
>>> Die Streichhölzer <<<
Für die Verwendung der Streichhölzer gibt es mehrere Möglichkeiten.
Basteln
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Zum einen lassen sich die Hölzchen gut als Bastelmaterial verwenden. Sicher kennen einige die Männchen und Tiere aus Kastanien und Eicheln, die besonders im Herbst gern von großen und kleinen Kindern gebastelt werden. Dazu braucht man neben den Streichhölzern nach Wunsch Eicheln, Kastanien, Bucheckern, Tannenzapfen, kleine Federn und sonst ein scharfes Messer und eine starke Nadel zum Vorbohren der Löcher. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Schaschlikspieß oder auch ein dünner Handbohrer.
Aus diesen Materialien kann man dann verschiedene Männchen oder Tiere zusammenstecken.
Für einen Igel sucht man sich eine Kastanie aus, die nicht kugelrund, sondern an einer Stelle abgeflacht ist, so dass sie ähnlich einer Halbkugel aufliegt. Dort hinein werden jetzt viele Löcher für die Igelstachel vorgebohrt. Bei einer frischen Kastanie tut’s dafür ein Zahnstocher. In diese Löcher steckt man jetzt die Streichhölzer. Meist muss man diese noch einkürzen (dazu einfach abbrechen bzw. für eine gleichmäßige Länge mit einem Messer oder einer Schere stutzen), damit die Stacheln nicht zu lang in der Proportion zum Igelkörper wirken. Variieren kann man hier nun, indem man die Streichhölzer an der Seite, die später noch zu sehen sein wird, mit dem scharfen Messer leicht anspitzt; so wirken die Stachel realistischer. Auch pfiffig wirken die Stacheln, wenn man die Streichhölzer anzündet (am besten an einer Kerze o.ä., damit man nicht jedes einzeln zünden muss) und gleich nach eine kurzen Brenndauer von ca. 1 – 2 Sekunden wieder auspustet. Dann bröselt man, wenn die angekokelten Hölzchen abgekühlt sind, die Reste vom Streichholzkopf mit den Fingern ab und nimmt die angeschwärzten Enden bei den Stacheln nun nach außen. Ich habe noch ein paar Igelchen vom letzten Herbst gefunden (Bild Nr. 4), dort lässt sich gut erkennen, wie das dann aussehen wird.
Außerdem kann man zum Beispiel ein Männchen basteln. Der Rumpf wird dabei von einer großen Kastanie oder einem Tannenzapfen gebildet. Die Füße sind jeweils eine halbierte Eichel, so kann das Männchen auch gut stehen. Als Kopf bietet sich eine kleine Kastanie an. Verbunden werden die Körperteile mit Streichhölzern als Beine und Hals. Die Arme sind auch zwei Streichhölzer. Nun kann man dem Wesen mit einem Filzstift ein Gesicht verleihen und sonst weiter verzieren indem man zum Beispiel eine Buckecker als Hut bestimmt.
Auf Bild Nr. 5 und 6 sind als weitere Möglichkeiten/Ideen noch ein Hund aus Eicheln und weitere Figuren zu sehen. Grundsätzlich sind dabei natürlich der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Denkspiele // Rätsel
Eine weitere Verwendungsmöglichkeit für Streichhölzer sind Denk-/Knobelspiele. Dabei geht es darum, aus einer bestimmten Grundkonstellation von Hölzchen durch wegnehmen, dazulegen oder umlegen einer bestimmten in der Aufgabenstellung angegebenen Zahl von Streichhölzern ein ebenfalls vorgegebenes Ziel zu erreichen, d.h. ein bestimmtes anderes Bild als Ergebnis zu bekommen. Einige Beispiele habe ich dem Bericht in Bild Nr. 7 angefügt. Es gibt aber genügend weitere in verschiedenen Rätselbüchern oder auch im Internet. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, so dass sowohl für Knobelanfänger als auch für Denkspielprofis immer was zu finden ist. Die als Bild angefügten Rätsel haben auch verschiedene Schwierigkeitsgrade, sodass für jeden etwas dabei sein sollte.
╡Fazit
Ich nehme die Riesaer Zündhölzer gern zum Anzünden von Kerzen, da ich generell Zündhölzer einem Feuerzeug vorziehe. Das hat weniger praktische als emotionale Gründe. Da man mit den Zündhölzer neben dem Anzünden von Dingen auch eine Menge anderer Sachen anstellen kann, für die ein Feuerzeug nichts taugt und speziell diese Zündhölzer außerdem gut halten, sich gut anzünden lassen und sehr umweltfreundlich verpackt sind, gibt es volle 5 Sterne und meine Empfehlung für Leute mit Kindern zum Basteln und Romantiker/Nostalgiker.